The Wave Can’t Stop

Weil es dieses Gefühl nur hier gibt…

sailing

…weil der 32. America’s Cup in Valencia naht und weil einwenig Vorfreude auf die nächste Segelsaison nicht schadet, gibt es hier nicht nur ein kleiner Einblick in unseren letzten Segeltörn in Irland (siehe Bild oben), sondern auch zwei kleine Filme zum Träumen:

1. Ein Rückblick auf die Leistung der Alinghi am 31. America’s Cup in Auckland. Für die, die nicht informiert sind: Es ist das Team New Zealand, denen in einem der letzten Runden der Mast bricht. Was nicht hätte sein müssen; den Sieg jedenfalls hätten sie genau so verdient. Aber wir waren eben doch besser :)


2. An dieser nächsten Stelle schalte ich persönlich den Ton aus. Das Lied “Ohne Dich” von Christina Stürmer ist unerträglich, der Videoclip dazu lässt mich allerdings den nächsten Sommer-Törn planen…


Die schönen Toten

waitingHeute wollte ich einfach mal wissen wie das ist, kalt zu haben.

11.12 Uhr: Aufgestanden. Frisch geduscht. Halbwach und zerzaust. Ich rufe noch schnell meine Mails ab und schlurfe dann mit dem Briefkastenschlüssel die Treppe hinunter zum Briefkasten.

11.13 Uhr: Die Grossauflage-Ausgabe des Landboten unterm Arm betrachte ich den Briefkastenschlüssel und denke mir, den könnte ich eigentlich auch mal zu den anderen Schlüssel hängen…

11.14 Uhr: Vor der Haustüre. Die ist jetzt zu. Ich, mit Zeitung in der einen, Briefkastenschlüssel in der anderen Hand, davor. Wir haben 4° Celsius, und ich ein T-Shirt.

Es ist relativ kühl.

11.15 Uhr: Bei den Vermietern geläutet. Da ist niemand. Auch in den drei Wohnungen über uns nicht. Und weshalb bitteschön müssen an einem Mittwochmorgen um 11 Uhr alle arbeiten?
Marina kommt um 12.50 Uhr. Eineinhalb Stunden to go.

11.17 Uhr: Auf der Eingangstreppe. Die Schlagzeilen in der Zeitung: Die Schweiz forscht mit Europa. Naturkapital zu schnell genutzt. Gegen Exportrisikogarantie.
Der Sportteil interessiert eh niemanden. Zusammengefaltet gegen die Blasenentzündung unter den Allerwertesten!
Olmert bricht das Atom-Tabu. Taliban agieren immer selbstbewusster. Paris verheddert sich in Zentralafrika. (?!)

11.30 Uhr: Es ist wirklich arschkalt. Meine Hände sind blau.

11.35 Uhr: Aufgestanden. Hinter dem Haus gibt es keine Leiter. Und der Gedanke ist irgendwie Hirnrissig, in den ersten Stock eines Mehrfamilienhauses einzubrechen.

11.39 Uhr: Wieder auf der Treppe.
Shell beugt sich Russlands Druck.

11.42 Uhr: Da ist der Polizist mit dem Smart, der jeden Tag kommt um die Falschparker zu bestrafen. Sein Handy klingelt. Was jetzt? Nach dem Handy fragen? Ich weiss ja so oder so keine Nummer auswendig.

11.45 Uhr: Eiskalte Arme. Ich bin gleich tot. Und mach mich doch noch auf den Weg zum IAM (Institut für angewandte Medienwissenschaften, 100 Meter entfernt) in der Hoffnung, dort auf Tammy zu treffen, die einen Schlüssel hätte. Dort ist sie natürlich nicht.

11.55 Uhr: Wenn ich nicht sofort etwas warmes finde, sterbe ich einen langsamen Tod.

11.57 Uhr: Im Café von nebenan. Natürlich hab ich kein Geld, natürlich nicht. Wer nimmt schon Geld mit, wenn sie die Post holen geht? Aber der Kellner hat Mitleid.
Und irgendwie nehm ich so gar nicht auf, was ich in der Zeitung lese.

12.03 Uhr: Der Sportteil interessiert doch. Auf Seite 39 erfahre ich, was ich gestern von Daniela schon erfahren habe: Jochen Schümann verzichtet auf die prestigereichste Position (Steuermann) an Bord des America’s-Cup-Verteidigers (Alinghi).

12.05 Uhr: Warm bekomme ich hier trotzdem nicht. Auch nicht, wenn ich die Stellenanzeigen studiere.

12:15 Uhr: …und immer noch nicht…

12:25 Uhr: …und immer noch nicht…

12:50 Uhr: …und dann kommt Marina-la-heroina und rettet mich.

Selbstversuch

Ich will niemals irgendwo ankommen, will, dass alles sich bewegt.

scf

Am Wochenende einmal im Schnee auf deutschen Autobahnen zum Flughafen und zurück. Und immer der Gedanke im Hinterkopf: einfach nicht zu schnell bremsen, einfach nicht zu scharf lenken, und wo müssen wir nochmal raus? Ich bin the Queen im Parkplatzklauen und kann selber nicht einmal korrekt einparken (nie, nie, nie!). Ich bin auch die, die noch fünf Mal zum Auto zurück läuft um es abzuschliessen, das Parkticket zu holen, Geld zu suchen, auf die Uhr zu schauen… Ich bin im Flughafengebäude und denke an Sonne und draussen regnet es. Und auf das Schild, schreibt doch das nächste Mal: Bitte reisen sie nicht in die USA ein. Es wäre uns allen geholfen.
Auf dem Flughafen zu sein, wenn man nicht weg kann, ist das allerschlimmste. Sollen die, die reisen doch den Zug nehmen. Aber eigentlich geht das alles ja kurz und schmerzlos, der Check-In ist per Internet schon gemacht, kurzes “Machs gut!”, flüchtiges Küsschen, ich hole mir am Kiosk das U-Magazin und die Sache ist gegessen.

Der Nachmittag des Flughafentages ist “paris”.
Latte Macchiato und Apfelstrudel im Theatercafé. Alte Menschen, die Zeit haben, unterhalten sich dort, und Studenten – Hornbrillen, Frisuren mit Ponys und hinten lang, Dreitagebärte und Kaputzenpullis –, die auch Zeit haben, es aber nicht zugeben. Und zum ersten Mal in meinem Leben: zwei (!) Herren-Toiletten und eine für die Damen. Das nenn ich männliche Emanzipation…
Neue Schuhe. Man könnte sein Leben in den kleinen Löchern, die vollgestopft mit Schuhen der Marken Converse, Vans, Docks, Diesel und Campers sind, verbringen. Und man könnte sein Leben lang dunkelhaarigen Verkäuferinnen mit Pony und Chucks zusehen. Ich habe Durchschnittsfüsse. Für eine Frau.
Parfumerie. Einkaufstasche in der einen, Regenschirm in der anderen Hand. Nach drei verschiedenen Düften verweigern 19 der 20 Millionen Riechzellen die Informationsübertragung, und ich entscheide mich für das, was meine Schwester schon hat. (Es gab mal eine Zeit, da hat man uns für Zwillinge gehalten.) Und wehe, die perfekte Verkäuferin sagt: “Ich packe Ihnen hier gleich noch ein Muster für ein anderes Parfüm ein.”
Es nicht lassen, Bücher zu kaufen. Um es kurz zu fassen: zwei Bibeln, im übertragenen Sinn. “Quasi dasselbe in anderen Worten”, ein Buch über das Übersetzen von Umberto Eco. Und das Stilwörterbuch, zweiter Band aus der Dudenserie. Nicht weil ich muss, sondern weil ich es nicht lassen konnte.

Es ist mehr als ein Diffuses Gefühl mit Rhythmus.

Don’t mess with me

Bevor es wieder etwas richtig geschriebenes gibt:
1. Weil sie the one and only sexy Lady ist.
2. Weil der geniale Clip jetzt noch hier rauf muss. Bevor er mir auf die Nerven geht.

Den Songtext zum mitsingen gibts zum Beispiel hier.


5 Senses

Und hier mal noch meine absolute Lieblingswerbung:


3 things that kill you:

Wollen die uns eigentlich umbringen, wenn sie im Departement Linguistik Schilder aufstellen, auf denen steht:

WEITERBILDUNG FÜR LOCKFÜHRER
ZIMMER 01.12

Wollen die einfach, dass uns das auffällt? Oder wollen sie wirklich, dass wir davon Ausschläge bekommen?!

Ausserdem: Wir haben Merry-Christmas-Happy-New-Year-Klopapier, welches nach Guetzli oder Zimt oder sowas riecht. Check it out!

Und was ist das eigentlich für ein Leben? Ich hänge hier rum, esse löffelweise Honig, mach mir zu viele Gedanken und warte, bis endlich morgen ist…

Katerwochenende

Ich war 24 Stunden ohne Internet. (Zwei Stunden länger und ich hätte hyperventiliert, ja.) Einige Sachen sind also nachzutragen – auch wenn das jetzt weider ewig gedauert hat.

Samstag abend:
Die Rechercheaufgaben sollten gemacht werden, seitenweise Lexikoneinträge studiert und verglichen werden. Doch das Wochenende ist viel zu süss und zu kuschelig und man würde ihm am liebesten den dicken Stempel KATERWOCHENENDE aufdrücken und im Bett bleiben, Literweise Mineralwasser trinken, sich den ganzen Tag die zweite Staffe von “The L Word” reinziehen, morgens doch noch schnell in die Stadt und Gipfeli kaufen und sich über die Kopfschmerzen beklagen. Wenn das so weitergeht ende ich als Katze.
In der letzten Woche waren wir von fünf Tagen an zweieinhalb an der Uni. Dabei sind drei Stunden ausgefallen, am Montag mussten wir uns von Caros “Extreme Partying” erholen und am Freitag konnten wir uns – als Folge der Frackwoche und zu viel Rotwein, Bier und Whisky Cola – vor Kopfschmerzen nicht vom Sofa bewegen.
Und hätte das allerliebste Schwesterchen nicht die Volljährigkeit gefeiert, wäre ich bis Montag auch nicht aufgestanden.

Montag:

Crimen FerpectoEigentlich ist es ja ein Vorteil, sich montags erst um 15.30 Uhr auf den Weg machen zu müssen. Eigentlich. Aber wer steht schon an einem Montagmorgen freiwillig auf um sinnvolle Sachen zu erledigen? Nicht ich jedenfalls.
Und weil ich ja eh nichts besseres zu tun habe (ha, ha), gibt es hier noch ein kleines Review zum Film, mit dem Marina und ich am Sonntagabend überfallen wurden: Crimen Ferpecto (Ein ferpektes Verbrechen) von Alex de la Iglesia. “Der elegante Rafeael ist ein unverbesserlicher Casanova, ein Verehrer alles Weiblichen. Da trifft es sich gut, dass er in der Damenabteilung eines grossen Kaufhauses arbeitet. Rafael hat zwei Ziele im Leben: Etagen-Chef zu werden und alle Mittarbeiterinnen zu verführen. Alle – ausser der unscheinbaren, hässlichen Lourdes. Als prompt sein erbitterster Gegner von der Herrenabteilung befördert wird, kommt es zu einem Streit mit tödlichem Ausgang. Nun ist es ausgerechnet Lourdes, die Rafael mittels Erpressung in den Hafen der Ehe führen will. Rafaels Leben wird zum Albtraum. Kann er es durch das “ferpekte Verbrechen” wieder in stillere Gewässer steuern?”
Wenn ich den Standard(nacht)traum beschreiben müsste würde er ja in diesem Film-Noir-Genere ganz gut abschneiden. Und was Spanier daraus machen, aus dieser ganzen Neo-Film-Noir-und-Traum-Atmosphäre, ist einfach spannend und skurril, mit unheimlich viel hinterlistigem Humor, unsensiblen Fleischerfrauen und einfach herrlich spanischen Snobs. Ein Film, der völlig mit den Nerven spielt, in jeder Hinsicht. Und Guillermo Toledo, der ja in “Los 2 Lados de la Cama” schon einen guten Job gemacht hat, überzeugt mich hier noch ein grosses Stück mehr.

“Las especies superiores nos adaptamos al medio, por muy hostil que sea. Al sobrevivir, nos volvemos más fuertes, y terminamos por imponer nuestra ley. Aunque, a primera vista, pueda parecer lo contrario.”