Warm genug

If I didn’t have to pee, I would stay in bed forever.

Winter

200 Meter und der Weg zur Uni endet im Schnee. Wer kommt auch schon auf die Idee, bei diesem Wetter Fahrrad zu fahren? Ich. Weshalb? Weil ich lieber 10 Minuten länger schlafe. Oder weil ich lieber die Zeit habe, meinen Kaffee mit der italienischen Kaffeemaschine zu machen. Folglich bin ich jetzt auch gar nicht erst gegangen. Ich vertiefe mich im Trainer auf meinem Sofa selbst in die Satzgliedanalyse, trinke mexikanischen Chili-Tee und höre Norah Jones dazu. Ich sollte den Rest des Winters mit Selbststudium verbringen. (Und das würde ich natürlich auch durchziehen…)

Lippen sind immer warm genug, dass Schneeflocken darauf schmelzen.

Sonntage

Irgendwie haben die letzten Tage alles lahmgelegt.

Nutella

Wie schon hier dokumentiert, entdecke ich immer im Januar, dass ich Nutella eigentlich mag, vergesse es dann aber im Laufe des Jahres wieder. Und eigentlich ist Schokolade und Brot ja pervers. Ich fand das als Kind schon eklig. Und wenn ich es doch essen sollte, ass ich erst das Brot, dann die Schokolade, und das Brot auch nur, weil ich es essen sollte. Aber diesen Sonntag habe ich mir “petits pains au lait” gekauft. Ich wusste gar nicht, dass es die hier gibt. Petits pains au lait mit Nutella machen jedenfalls süchtig. Nur die Krümel, die nachher in der fettarmen Kakaomasse bleiben…
[Und es sind übrigens pflanzliche Öle, die den fettarmen Kakao cremig machen. Nur falls sich das ausser uns noch jemand fragt.]

Peperonisuppe

Auf Anfrage einiger gibts hier noch das Rezept für die Peperonisuppe. DAS ultimative Rezept hab ich in irgend einem anderen Buch, aber das hier aus der “20-Minuten-Küche” von Annemarie Wildeisen tut’s auch.

PEPERONISUPPE

Für eine Suppe wählt man am besten orange oder rote Peperoni (Paprika), denn sie besitzen ein besonders intensives Aroma. Die grünen sind unreife, die gelben Schoten halbreife Früchte und bringen nur wenig Geschmack. Wählen Sie beim Einkauf feste, glänzende Exemplare mit grünem Stiel. Diese lassen sich in einem Folienbeutel im Gemüsefach des Kühlschranks fast eine Woche aufbewahren. Sehr fleischige Schoten kann man übrigens vor der Verwendung mit dem Sparschäler schälen; dadurch wird die zähe, pergamentartige Haut entfernt, und die Früchte sind leichter verdaulich.

3 rote Peperoni (Paprika)
1 grosse Kartoffel
1 kleine Zwiebel
1 Esslöffel Butter
800 ml Hühner- oder Gemüsebouillon
6 Basilikumblätter
Salz, Pfeffer
100 ml Rahm

1 Die Peperoni halbieren, entkernen und klein würfeln. Die Kartoffel schälen und klein würfeln. Die Zwiebel schälen und hacken.
2 Die Butter schmelzen. Peperoni und Zwiebel darin kurz andünsten. Die Kartoffel, die Bouillon sowie die Basilikumblätter beifügen. Alles zugedeckt etwa 15 Minuten kochen lassen, bis die Kartoffel weich ist.
3 Inzwischen den Rahm steif schlagen.
4 Die Suppe mit dem Stabmixer fein pürieren. Nach Belieben durch ein Sieb passieren, um zähe Hautfetzchen zu entfernen. Die Peperonisuppe nochmals aufkochen, mit Salz und Pfeffer abschmecken.
5 Unmittelbar vor dem Sevieren den Rahm unter die Suppe ziehen, so dass eine schöne Marmorierung entsteht. In tiefe Teller oder Suppentassen anrichten.

Für den Kleinhaushalt 2 Personen: 2 kleinere Peperoni und 1 kleine Kartoffel verwenden. Restliche Zutatenmengen halbieren. Die Suppe nach dem Mixen wenn nötig mit etwas Wasser verdünnen. 1 Person: Die Suppe in der 2-Portionen-Menge zubereiten; sie hält im Kühlschrank 2 bis 3 Tage.

Vamos a putear!!

Putztag Wir machen ja alles mögliche in den Ferien. Bis mittags schlafen zum Beispiel. Oder Bier trinken. Oder dann steht da plötzlich der Vermieter vor der Türe, die Trainerhose auf einer Höhe, die an Obszönität grenzt, und grunzt: “Laufen bei euch alle Heizungen?” Tun sie nicht, übrigens. Aber der versprochene Klempner ist gestern trotzdem nicht gekommen.
Geputzt werden muss schlussendlich doch. Auch in den Ferien. Und da stöbern Marina und ich in der CD-Sammlung, schieben die neuen und die älteren Indie- und Elektro-Platten unters Bett, werfen das Punk-Zeug in die Ecke, all die Bravo-Hits daneben, und was war denn noch früher? Was war vor der Zeit, als wir dachten, etwas von Musik zu verstehen? Genau. Die Backstreet Boys. In die Backstreet Boys war ich verliebt, als ich in der vierten Klasse war. Und nicht nur in die, sondern auch in den Südamerikaner in meiner Klasse, der nur Spanisch konnte. Der hat nämlich immer die Lieder des ersten Albums gesungen. Nur war ich eben nicht so cool und ging in der Pause auch nicht mit den andern ins Gebüsch Flaschen drehen spielen (sondern schmiedete Rachepläne mit Martina, gegen wen auch immer). Darum war ich dann auch nicht mit ihm zusammen. Und zum Glück hatte ich damals noch nicht verstanden was die zwielichtigen Jungs so gesungen hatten…

I’ll never break your heart
I’ll never make you cry
I’d rather die than live without you
I’ll give you all of me
Honey, that’s no lie
(I’ll Never Break Your Heart)

…ich hätte es sonst geglaubt und wäre als alte Frau mit Katzen in den Haaren geendet. Aber weil wir ja in der Zwischenzeit mit verschränkten Arme hinter dem Kopf auf dem Bett liegen und Songs hören, wie…

I feel like I wouldn’t like me if I met me
There’s nothing to live for when I’m sleeping alone
I can’t say that I’ll love you forever
I won’t say that I’ll love you forever
(Tegan and Sara - You Wouldn’t Like Me)

…brauchen wir die Backstreet Boys noch – genau – um zu putzen. Und da schrubben wir die Küche doch zwei Mal, um nochmal “Quit playin’ games… Baby, baby the love that we had was so strong… Don’t leave me hangin’ here forever… Oh baby, baby this is not alright, let’s stop this tonight…” zu schreien.
Und wenn schon nicht die ewige Liebe, dann wenigstens die saubere Küche.